Montag, 28. September 2009






21. September, Chonqing

In China gibt es nicht zwei Karten oder Stadtpläne, die dasselbe darstellen. So sehe ich auf einer Karte im Hotel in Chonqing, dass ich doch nicht in der ersten Nacht bereits drei Schluchten durchfahren habe, sondern erst eine. Die übrigen folgten dann am nächsten Tag. Und die unterschiedlichen Stadtpläne, die ich bisher von Chonqing gesehen habe, gleichen sich wenig, ich entschliesse mich, am besten meinem Orientierungssinn zu folgen, schliesslich ist der Stadtkern halbinselartig von zwei Flüssen umgeben, die Hänge sind recht steil, eigentlich muss man da immer wieder auf einen Fluss fallen und sich orientieren können. Schwierig war etwas, das Zugticket zu organisieren, die Frau vom Hostel schrieb mir die Adresse chinesisch auf einen Zettel, so fragte ich mich durch. Die Leute waren allgemein sehr hilfreich, selbst diejenigen, die keine Ahnung hatten, wo dieses Büro war gaben Auskunft und so habe ich mich dem Ort langsam, in konzentrischen Suchbewegungen angenähert. Morgen fahre ich mit dem Zug nach Kunming. Das dauert viel länger als ich gedacht habe, rund 18 Stunden, die Züge sind offensichtlich in den gebirgigen Regionen auch nicht mehr so schnell.

China ist übrigens ein sehr gesundes Land, man muss immer viel herumlaufen. Die Strecken zwischen Bus- oder Metrostationen sind weiter entfernt, als dass ich mir das von europäischen Städten her gewohnt bin. Und Treppen gibt es auch unendlich viele. Vor allem rings um den drei Schluchten Stausee. Die neuen Ortschaften wurden nun alle etwa in gleicher Höhe in die Hänge gebaut, etwas über dem maximal möglichen Wasserpegel. Da nun jedoch der Wasserspiegel rund 20 Meter tiefer liegt, kommen da noch etliche Stufen dazu. Zwar hat es – oder ist vorgesehen – immer auch eine Zahnradbahn, doch wir kamen nur einmal an einer vorbei, die in Betrieb war.
Auch Chonqing ist eine gesunde Stadt. Nicht gerade wegen der starken Luftverschmutzung, doch weil die Ufer hier steil sind, kommt man genügend zum Treppensteigen. Gerade oberhalb des Hotels geht eine Gasse durch kleine alte Häuser über Treppen hinauf bis zu den grossen Strassen. Hier gibt es unendlich viele Garküchen und die meisten Sachen sehen sehr lecker aus. Einzig bei Tierischem bin ich etwas vorsichtig. Hühnerfüsse, Hühnerhälse, Schweineohren und noch viele Sachen, die ich nicht so genau beurteilen kann, meist glänzend gelb, rötlich oder dunkelbraun glasiert. Doch wenn man einfach auf die Sachen zeigt, die einem gefallen und sie sich frisch zubereiten lässt, dann war das bisher immer gut. Gerade oberhalb des Youth Hostels sind sich die Händler leider an westliche Touristen gewohnt, die Preise sind deshalb oft entsprechend, will heissen viel zu teuer. Ich muss das nächste Mal den Preis wieder im voraus fragen, dann gibt es keine Überraschungen, denn was abgemacht ist, das gilt in China.

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